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"Ich will das Kind eigentlich behalten,
aber mein Vater oder meine Brüder
bringen mich um..”

(Eine junge Frau)

In Ihrer Situation sind Sie nicht allein!

Unsere Erfahrungen mit betroffenen Frauen:


Eine junge Frau, Anfang 20, meldete sich am Notruftelefon und berichtete, sie habe vor drei Tagen alleine eine Tochter entbunden. Niemand wisse von der Geburt des Kindes. Sie könne das Kind nicht behalten, weil die Situation in ihrer Herkunftsfamilie das nicht zulasse. Derzeit lebe sie alleine, zum Kindesvater bestehe kein Kontakt mehr. Es erfolgten insgesamt mehrere Telefonate über zwei Tage hinweg, bis die junge Frau zu einem Termin in die Beratungsstelle kam. Sie war in großer Sorge, doch noch entdeckt zu werden. Sie berichtete, dass sie die Schwangerschaft geheim gehalten habe, weil sie glaube, die Familie dadurch zu stark zu belasten. Sie befürchtete sogar, ihre Mutter könne sich etwas antun, wenn sie von dem Kind erfahre. Zu ihrem familiären Hintergrund gab sie an, dass sie die älteste Tochter sei und der Mutter viel in ihrem persönlichen Leben geholfen habe. Sie äußerte die Vorstellung, die eigene Lebenssituation ordnen zu wollen und dann ihre Tochter wieder zu sich zu holen. Während des Gesprächs hielt sie ihre Tochter sehr liebevoll im Arm und verabschiedete sich von ihr, als sie das Kind übergab. Es war ihr sehr wichtig zu erfahren, wie ihre Tochter nun weiter versorgt werde und was weiter geschehen würde. Sie hatte verschiedene Dinge und ein Geschenk für die Tochter mitgebracht. Für die Mitarbeiterinnen des Projektes hatte sie einen Brief geschrieben, in dem sie darum bat, gut für die Tochter zu sorgen. In diesem Brief hatte sie auch das Geburtsdatum und den Namen, den sie ihrer Tochter gegeben hatte, notiert. Sie meldete sich nach einigen Tagen nochmals telefonisch, um sich zu erkundigen, wie es ihrem Kind gehe, zum andren um mitzuteilen, dass sie auf dem Weg zur Mutter sei, um die Situation aufzuklären. Einen weiteren Gesprächstermin wollte sie nicht annehmen. Sie wolle mit der Mutter sprechen und sich dieser offenbaren. Es wurde vereinbart, dass sie sich nochmals meldet. Seither erfolgte keine weitere Kontaktaufnahme von Seiten der abgebenden Mutter, so dass das Mädchen nach dem Klinikaufenthalt in Kooperation mit dem Jugendamt in eine potentielle Adoptivfamilie vermittelt wurde.